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Menschenfleisch
Die Herrschaft hod an Hund ghobt. An großn, so an schwoazzn. So oan mit gonz schehne Aung. So a liabs Viech. Des is aa immer zu mia kemman.
Do hods miaramoi sein Kopf so dazwischen gmocht, so dazwischen, zwischen die Haxn ohm. Und i hob grod a so stoak bliat zweng der Mens. Do hods aufamoi ongfongt mias wegschlecken, mias außaschlecken, s’Bluad. Mia hod so grausd. Und a Angst hob i ghobt, doß da Hund schnappn duad. So a Angst hob i ghobt, doß ma gons zidrig dabai woan is. Und graust hat ma so. Aber i hab mi ned riahn kennan. Wiara endli fertig wao, hot a mi lossn und is aussi bei da Dia.
Jetz meak i aufamoi, doß oiß so komisch stinkt. Oiß hot Gstunkn noch i waß net nach wos. Do hobi schnöi s’Fensta aufgmocht, damit da Gstank außikon. Aber wos siag i do. A Fuaweak, a riesngroßas, mit Oxn voagspannt. Ganz langsam, ganz langsam, so is voabeigfoan voan Fenster draußn auf da Stroßn. Un aufglodn hats ghobt: Menschenfleisch! Menschenfleisch, goa net zum Glaum. Oißi durchanonda: Haxn, Händ, Oam, Fiaß, un gonze Leiba, und wiari die Kepf siach, do san des olles die Gsichda von meine Fawondn gwesn, mei Vooda, die Muadda, die Briada und meine Schwestan, und meine Kinda hob i a gseng. Unds Bluad is grod a so obagschwabbelt auf d Stroßn. Und da Hund, is hintadrein und hots aufgschleckt. As Bluad von da Stroßn. Und a Gstank woa. Ma kons goa net dasong. A wiara endlich vaschwundn is, da bluadige Wong, is da Gstank blim. A wiaris Fensda zuagmochd hob, hods weida gstunkn. Und oiß hod gstunkn drin in Zimmer: da Kostn, s’Bett, d’Vorhäng und übahaubt oiß. Oiß hat so grauslich gstunkn noch dem Menschenfleisch. Oba do meak i aufaamoi, daß i aa a so stink. Daß i des bin die so stinkt.
Noh denk i ma, jetz muaß i mi woschn. Oba wiarimi gwoschn hob, hob i no imma so gstunkn. s’Hat goa nix gnutzt des woschn. Freilich hob i mi noamoi gwoschn, und noamoi und noamoi. Woa oba oiss umasunst. I hob soo gstunkn wias goa net zum dasong is. Und geht und geht net weg da Gstank. I kon mi woschn wiari wüh. Dea Gstank geht nimma weg.
aus: wahr. haft. ich. – Musiktheatralische Essay über Dürers Melencolia I (2005)
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